Demenz

Nun also doch

woman-441415_1280

Es ist einer dieser Tage, an denen ich gerne mehr Einfluss hätte, mehr Leute erreichen würde mit dem, was ich schreibe. Wir sehr würde ich mir wünschen, in diesem Moment würden einige ihre Aufmerksamkeit von Trump abwenden und für einen Moment ins eigene Land schauen. Der Bundestag billigt nun doch die Ausweitung von Tests an Demenzkranken. Ich hatte über den Gesetzesentwurf bereits im Juni berichtet:

Damals wurde der Antrag noch abgelehnt, weil einige Abgeordnete diese Idee nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten. Diese berechtigten Gewissensbisse hat man ihnen nun ganz offensichtlich ausreden können. Ein gewissenloses Gesetz das nun kommen wird. So sich denn nicht breiter Widerstand regt.

Einen „ethischen Tabubruch ohne Not“ nennt es der Tagesspiegel und wird wohl doch ungehört bleiben. http://www.tagesspiegel.de/politik/arzneitests-an-demenzkranken-ein-ethischer-tabubruch-ohne-not/14832674.html

Und führt gleich an, wie infam man den Tag der Abstimmung auf eine Zeit gelegt hat, die garantieren würde, man müsste nicht berechtigte Empörung fürchten:

„Nun hat es Hermann Gröhe gegen alle Widerstände also doch geschafft. Erstens: die Möglichkeiten für Arzneitests an Demenzkranken auszuweiten. Und zweitens: Die ethisch hochbrisante Änderung unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle zu halten. Der Tag, an dem das heikle Thema im Bundestag aufgerufen wurde, war just der Tag nach der US-Wahl. Als auch hierzulande keinen politisch groß was anderes interessierte als der unglaubliche Triumph des Donald Trump.“

Und wenn ich mir nun etwas wünschen könnte, es wäre Aufmerksamkeit für dieses Unrecht und nicht für das, worauf ein Großteil der Presse gerade den Fokus lenkt.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone
Vielen Dank fürs Teilen

Gruppennützig

dependent-100343

 

Zuerst erschienen auf FischundFleisch.com

Kurz vor Beginn des kollektiven Fußballtaumels dank EM ist still und leise und von den Medien weitestgehend ignoriert, ein Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eingereicht worden, der Medikamententests an Demenzkranken zulassen will. Hierbei handelt es sich keinesfalls um die Erkrankten im Anfangsstadium, die noch ein gewisses Maß an Krankheitseinsicht hätten, juristisch damit als „einwilligungsfähige Erwachsene“ gelten könnten. Hier sollen die Menschen für Medikamentenstudien herangezogen werden, die aus den Studien selber keinen Nutzen mehr ziehen können und schon gar nicht einwilligungsfähig im juristischen Sinne sind.

Von „Gruppennützigkeit“ ist hier die Rede. Was so euphemistisch zur sozialen Wohltat umgedeutet wird, bedeutet den Bruch mit bisherigen Grundrechtsverständnissen. Weiterlesen

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone
Vielen Dank fürs Teilen