Claudia Braunstein

Reden wir über…

 

Zungenkrebs

Interview mit Claudia Braunstein, an Zungenkrebs erkrankt

 

Claudia kocht

(Vienna Foodcamp)

 

Zungenkrebs, der vorwiegend ab der sechsten Lebensdekade auftritt, gehört in den Bereich der Mundhöhlenkarzinome. Diese liegen mit 6 Prozent der Krebserkrankungen damit an sechster Stelle der Häufigkeit aller Karzinome, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Zu den Anfangsbeschwerden können Schmerzen, Mundgeruch und Sprechbehinderungen gehören. Gerade bei Tumorbildung in der Mundhöhle, die oft lange unentdeckt bleiben, gilt eine Früherkennung als enorm wichtig für den erfolgreichen Verlauf der anschließenden Therapie. Tabak und Alkoholmissbrauch gelten als Hauptrisikofaktoren, sind jedoch nicht zwingend ursächlich.

Eine der Betroffenen ist Claudia Braunstein, der man auf den ersten Blick nicht ansieht, welche Rolle der Krebs in ihrer Vergangenheit gespielt hat:

Susannah Winter: Wie alt warst du, als du die ersten Symptome des Mundhöhlenkarzinoms bemerktest?  Welche Beschwerden zeigten sich? Hast du sofort an Krebs gedacht? Wie lange hat es gedauert, bis du einen Arzt aufgesucht hast?

Claudia Braunstein: Im Nachhinein gesehen zeigten sich die ersten Symptome im Frühjahr 2011, da war ich 48 Jahre alt. Ich hatte um die Osterzeit herum zwei goldene Inlays innerhalb einiger Tage verloren. Das war nicht wirklich tragisch, weil es keine Schmerzen verursachte. Allerdings biss ich mir mit den scharfen Zahnkanten mehrmals auf den hinteren Zungenrand. Das verursachte kleine weiße Stellen, wie man sie eben kennt, wenn man sich in die Zunge beißt. Ich hatte mir dann umgehend einen Zahnarzttermin vereinbart, um die Inlays wieder einsetzen zu lassen. Aus verschiedenen Gründen hat sich der Termin mehrmals verschoben. Einmal musste ich geschäftlich ins Ausland, ein anderes Mal erkrankte der Zahnarzt. Schließlich war es dann bereits die zweite Julihälfte, dass ich endlich zum Arzt kam. Die kleine weiße Stelle machte ja keine Probleme, ich habe sie mit einer Tinktur behandelt und mit Salbeitee gespült. Also gab es null Grund für eine Beunruhigung. Keine Schmerzen, keine Schluckbeschwerden. Einfach nichts, was auf etwas Ernstes hindeuten hätte können. Weshalb ich dann letztlich doch beim Arzt landete, war der Umstand, dass mir beim Fisch essen eine Gräte in die kleine Wunde rutschte und einen unbeschreiblichen Schmerz verursachte, der vom Kopf bis in die Zehenspitzen fuhr. Noch am gleichen Tag erhielt ich einen eingeschobenen Termin. Und wieder ging es mir nur darum, die Inlays einzusetzen, weil ich ja die scharfen Kanten als Verursacher für diese kleine weiße Stelle erachtete. An ein Karzinom oder einen Tumor hatte ich nicht eine Sekunde gedacht, zumal mir eine Krebserkrankung in diesem Bereich gar nicht in den Sinn kam. Weiterlesen

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