Gesellschaftspolitik

Welt-Down-Syndrom-Tag trifft auf Welt-Poesie-Tag

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Tja, wie erwartet: Nach dem fulminanten Getöse zum „Wetlfrauentag“ großes Schweigen im Walde zum „Welt-Down-Syndrom-Tag“. Dafür aber hehre Freude über Poesie.

 

Ich dichte mal:
Wir reden gern von „lebenswert“
Wenn wir uns Wein einflößen
Wenn wir in Essen, Trinken schwelgen
Uns gar zu zweit entblößen

Geschwiegen wird, wen wundert es
Alleine dieser Tage
Wenn „lebenswert“ gefordert wird
In Sachen Kinderfrage

Denn was ist schon ein Leben wert
Mit Extra-Chromosomen
Wer Kohle kostet und nicht scheffelt
Gilt hier als schlechtes Omen

Viel Mühe, Arbeit, Kummer Sorgen
Bringt so ein neues Leben
Dabei ist’s doch verantwortlich
Für’s Eltern-Ego-Streben

Und weil man es nicht haben muss
Bring man es über’n Jordan
Und hält’s lieber mit der Reimerei
Für heute und für fortan

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Die Geister, die ich rief

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Zuerst erschienen auf Peira.org

Von der Lüge im Politischen – Teil 1

Mal offen, mal unterschwellig: Der Vorwurf, in der Politik und der politikbegleitenden medialen Berichterstattung würde permanent gelogen, ist omnipräsent. Aber auch Medien und Politiker gehen mit dem Vorwurf der Lüge nicht zimperlich um. Der politische Gegner, das Internet, die Umfragen der anderen: Kein Ort, an dem nicht angeblich gelogen würde, dass sich die Balken biegen.

Diese Idee führte dann wohl auch dazu, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „postfaktisch“ zum Wort des Jahres kürte. Dabei darf „postfaktisch“ als Begriff an sich als „postfaktisch“ angesehen werden, impliziert er doch, es hätte vorher eine „faktische“, also faktentreuere Zeit gegeben. Ein Trugschluss. Hätte es auch zum Unwort eher getaugt, gereicht es in „postfaktischen“ Zeiten jedoch oft, in aller Munde zu sein für Ruhm und Ehr‘. Weiterlesen

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Frostig

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Trat man in den letzten Tagen morgens vor die Tür, begrüßte einen der Nachtfrost, der von einem Tag auf den anderen Straßen und Autos, Bäume und Büsche überzog. Und man kommt kaum umhin, Parallelen zu ziehen. Auch unsere Gesellschaft wird frostiger, den Nachbarländern geht es nicht anders. Und auch mit dem Frost verhält es sich in jedem Jahr ähnlich: Von der Bahn über die Post bis hin zum regulären Autofahrer will ihn niemand kommen sehen haben, obwohl selbst ohne meteorologische Vorhersagen Winter eben im Winter einzukalkulieren wäre.
Die Kausalität „Winter = Potenziell kalt und glatt“ funktioniert, trotz verlässlicher Prognosen und Wahrscheinlichkeiten, für die meisten Menschen offensichtlich nicht in einem Maße, das sie Vorkehrungen treffen lassen würde. Und wie der Bodenfrost zuverlässig Blechschäden, Verspätungen und gelegentlich auch Tote fordert, wenn er gar zu garstig wird, ist auch die soziale Kälte, so man sie verdrängt bis es zu spät ist, geeignet, gesellschaftliche Schäden und Schäden am Menschen zu verursachen. Beides absehbar. Lange vorher. Nur, dass der Winter den jährlichen Turnus pflegt, während die Abkehr von Menschenrechtsideen ihrem eigenen, historischen Rhythmus folgt. Doch auch für sie gibt es Vorzeichen. Was dem Winter der Herbst, das Laub auf den Straßen, die kahlen Bäume, ist der Abkehr vom Humanismus, von Recht und Sozialstaat die öffentliche Anfeindung, die Ausgrenzung der Schwachen, Alten, Behinderten, Armen, Gleichgültigkeit gegenüber Gesellschaft und dem Gegenüber und nicht zuletzt die Zuwendung zum Autoritarismus.  
Doch was man im Winter, in Schnee und Eis noch direkt lernt – das Auto, dessen Lenkrad man nicht selber im Griff hat, indem man wenigstens eine Hand zum Steuern nutzt, gerät leichter ins Rutschen und die Unfallgefährdung steigt – das lernt man im Politischen oft erst zu spät. Der vermeintliche Heilsbringer, dem man auf Basis hohler Rhetorik zujubelte, versprach er doch Wohlstand, Sicherheit, das wohlige Nichtstun und die Übernahme der Steuerfunktion, hat weder die Möglichkeiten noch die tieferen Einsichten, die individuelle Lage zu verbessern, das Auto zu lenken, in dem man sitzt. Er sieht weder den Weg, der hinter dem Individuum liegt, noch dessen Potenzial oder die Möglichkeiten auf dem Weg vorwärts. Er regiert nach eigenem Gutdünken, nach Ideologien, totalitär.
 
Nur gibt es die eine Lösung für alle eben nicht. Dieser Gedanke ist in Verfassung und Rechtsstaat implementiert. Und er war ein Teil des Strebens nach Sozialstaatsprinzipien, bis hierzulande die rot-grüne Koalition den Spätherbst einläutete und die große Koalition ihn dann festigte und vorantrieb.
Eine der Errungenschaften der Menschenrechtsidee, heute zum „Gutmenschentum“ abgestempelt, war, das Individuum als Wert an sich zu verstehen, Minderheiten und Individuen mit Rechten auszustatten, die einer Diktatur der Mehrheit entgegenstehen. Wer nun also auf der rutschigen Fahrbahn ins Schlingern gerät, aus Eigenverschulden oder durch Fremdverschulden, dem ist nicht zwangsläufig geholfen, wenn er kollektiven Ratschlägen, das Lenkrad nach rechts umzureißen, folgen soll. Das hat schon so manchen in die Leitplanke getrieben.
 
Während der Winter, zumindest in unseren Breitengraden, jedoch zwangsläufig einkehrt, so ist die Entwicklung hin zu einem politischen Winter nicht ganz so zwangsläufig. Sicher ist alles Entwicklung und Bewegung und jede große Kultur fand irgendwann ihr Ende, doch kann man sich entschließen gegenzusteuern, mitzutun oder eben andere machen zu lassen. Und so ist dann auch Zorn auf die politische Klasse, auf Korruption, auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sicherlich berechtigt, doch es ist individuelle Entscheidung, diesen in konstruktive oder destruktive Bahnen zu lenken. Wobei konstruktiv, entgegen oft kolportierter, konservativer Stimmen aus der vermeintlichen „Mitte“, eben nicht zwangsläufig Einverständnis und Wahl der Etablierten bedeuten muss, sondern durchaus auch heißen kann, Neues zu gründen, neue Ideen einzubringen, gegen das Bestehende zu arbeiten. Wobei hier „gegen das Bestehende“ eben nicht bedeutet „gegen Menschen“.
 
Es bedeutet vielmehr, im Rahmen gesellschaftlichen Konsens‘ gemeinsamer Werte, von denen der Wert des Individuums an sich, ohne Ansicht von Herkunft, Hautfarbe, Bankkonto, Religion etc., wohl das höchste Gut ist, Neues schaffen. Dem eigenen Lebensbedürfnis Platz zu schaffen, wie auch dem Bedürfnis des Anderen Platz zu lassen. Wer sein Schicksal in die Hände einer anderen Person legt, einer kleinen Gruppe, anstatt eben die Machtverhältnisse, die ihn bisher so echauffiert haben, aufzulösen, der hat jedes logische und konstruktive Argument hinter sich gelassen. Kein Hofer, keine Le Pen, kein Trump, kein AfD-Grande dieser Welt wird in Ihrem Sinne entscheiden. Und er wird Ihnen auch keine Träne nachweinen, sollten die neuen, autoritären Regeln Ihnen zum Schaden gereichen, ganz gleich, ob er Ihre Stimme hatte oder nicht. Und ist Macht erst einmal in autoritären Händen, wird sie noch weniger gern wieder abgegeben, als das heute schon der Fall bei denen ist, die sich für „gemäßigt“ halten, während sie den Boden bereiten für die radikalen Tendenzen, die sie nach außen verurteilen.
 
Erdogan ist eines von vielen Beispielen dafür. Das Wesen des Autoritarismus ist es eben, nicht teilen zu wollen. Nicht Entscheidungsfindung, nicht Macht, nicht Gesellschaftsidee und -Raum. Und wenn Sie immer noch dem Glauben nachhängen, Autoritäre würden mit Ihnen Wohlstand teilen, nur weil Sie den richtigen Pass bei sich tragen, dann schauen Sie sich die Schlösschen und Schlösser, die Prunkbauten und die Selbstbereicherung in Autoritären Staaten an. Vielleicht belehrt Sie das noch eines Besseren, bevor Sie und die Menschen, die diese Gesellschaft mit Ihnen teilen, dies auf die harte Tour lernen müssen. Rebellieren Sie gegen das Unrecht, das Ihnen in der Gesellschaft begegnet. Schaffen Sie nicht noch Schlimmeres. Seien Sie zornig auf die, die nachweislich ihren Beitrag dazu geleistet haben, nicht auf die, die Schwächer sind als Sie.
 
Ihr Zorn ist berechtigt. Ihr Fazit ist es nicht.
 
Egal wie rutschig die Straße gerade ist: Das Lenkrad im Moment der Notlage in der eigenen Hand ist immer besser als in den Händen eines anderen.
 
Einige Menschen haben das begriffen, als sie am vergangenen Sonntag das Ruder herumrissen und Hofer verhinderten um Van der Bellen eine Chance zu geben. Leider ist damit noch nicht viel gewonnen, außer der temporären Erleichterung die daraus resultiert, dass die Gleichgültigkeit noch nicht alle erreicht hat. Es ist ein wenig geschenkte Zeit, in der die „Etablierten“ verstehen lernen müssen, welchen Anteil sie an der Gesellschaftsspaltung und der zunehmenden Kälte haben.
 
Wenig hilfreich sind da gerade jetzt Kommentare, wie Sie Frau Rohrer auf FischundFleisch veröffentlichte:
„Wir wundern uns aber auch, dass die Beschreibung der Stimmung in Österreich, die aufsteigende Wut auf Politik und System eben, gestern, Sonntag, nicht ausreichend im Wahlergebnis durchgeschlagen hat. Zwar haben laut einer Nachwahlanalyse Pessimisten zu 70 Prozent Hofer gewählt und Optimisten Van der Bellen, aber insgesamt kann die Stimmung bei einer Differenz von 6,6 Prozentpunkten nicht so mies sein, wie meist dargestellt.“
Frau Rohrer zieht die falschen Schlüsse.
 
Die Stimmung ist mies. Die soziale Ungleichheit wächst. Doch es gibt dennoch Betroffene, die trotz der eigenen persönlichen Schieflage, trotz empfundenen Unrechts konstruktiv wirken wollen, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben, dass Verstand einkehrt bei denen, die die Situation immer noch schönreden wollen. Es wird also Zeit, den Gedankengang „So schlimm kann es ja gar nicht sein, wenn…“ hinter uns zu lassen, wenn wir nicht wollen, dass Menschenverachtung tatsächlich als einzige Maßnahme, zur Kenntnis genommen zu werden, wahrgenommen wird.
Nur, weil sich einer nicht radikalisiert heißt das nicht, dass bei ihm alles „eh nicht so schlimm“ ist. Es heißt nur, dass er sich und die Gesellschaft noch nicht aufgegeben hat.
 
Und sich erhofft, dass der politische Winter noch abzuwenden ist, obwohl es merklich kälter wird.
 
 
 
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Der normale Irrsinn – von der zwanghaften Suche nach simplen Antworten

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„In unserer verrückten Gesellschaft ist es ganz normal, dass sogar normale Menschen verrückt spielen.“ (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker)

Der Amoklauf von München, wie so oft sekundengenau verfolgt, getwittert, gepostet, schon vor Gewissheiten in Grund und Boden analysiert von der Presse, selbstverständlich aus dem hehren Grund der Informationspflicht, er hat das Potenzial, Errungenschaften von Jahrzehnten zunichte zu machen. So lange hatte es gebraucht, psychische Erkrankungen zumindest weitestgehend vom Stigma der Unzurechnungsfähigkeit, des „Irre seins“, des Zweifels am Lebenswert der Betroffenen zu befreien. Nicht, dass die Fortschritte in dem Bereich tatsächlich gefestigt gewesen wären. Depressive, Schizophrene, Psychotiker, Borderliner und alle anderen Erkrankten kannten auch in Zeiten der Aufklärung über mögliche Krankheitsursachen, Traumaforschung, Psychoanalyse, flächendeckender Berichterstattung die Erfahrung, nicht ernstgenommen zu werden, Mensch zweiter Klasse zu sein. Nicht nur am Arbeitsmarkt, sondern auch im gesellschaftlichen Miteinander. Diejenigen, deren Erkrankungen gar so weit gingen, dass sie zur Arbeitsunfähigkeit führten, lebten in den meisten Fällen mit dem Damoklesschwert der Angst vor Verlust der Existenzgrundlagen im Falle von „unkooperativem Verhalten“, bei Verweigerung von Medikamenten, litten unter normierten Therapieansätzen, die selten mehr zu bieten hatten als das Pochen auf „Tagesstruktur“, waren permanent konfrontiert mit dem Stigma „Faulheit“, die dem gesellschaftskompatiblen Menschen fast noch widerlicher ist, als das Stigma „Verrückt“. Weiterlesen

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Gruppennützig

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Zuerst erschienen auf FischundFleisch.com

Kurz vor Beginn des kollektiven Fußballtaumels dank EM ist still und leise und von den Medien weitestgehend ignoriert, ein Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eingereicht worden, der Medikamententests an Demenzkranken zulassen will. Hierbei handelt es sich keinesfalls um die Erkrankten im Anfangsstadium, die noch ein gewisses Maß an Krankheitseinsicht hätten, juristisch damit als „einwilligungsfähige Erwachsene“ gelten könnten. Hier sollen die Menschen für Medikamentenstudien herangezogen werden, die aus den Studien selber keinen Nutzen mehr ziehen können und schon gar nicht einwilligungsfähig im juristischen Sinne sind.

Von „Gruppennützigkeit“ ist hier die Rede. Was so euphemistisch zur sozialen Wohltat umgedeutet wird, bedeutet den Bruch mit bisherigen Grundrechtsverständnissen. Weiterlesen

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Überreste der sozialen Marktwirtschaft – Die Facetten der Armut

Altersarmut

Auf Anfrage der Linkspartei hat die Bundesregierung eine  Berechnung der Rente vorgelegt. Demnach müsste ein Mindestlohn 11,68 Euro betragen, um nach 45 Jahren Arbeit bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden eine Rente zu erhalten, die oberhalb der Grundsicherung liegt. Berechnungsgrundlage war die, ab Sommer geltende, gesetzliche Rente. Das Wissen um diese Rechenergebnisse hielt die Bundesregierung selbstverständlich nicht davon ab, sich auf der eigenen Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales selber über den grünen Klee zu loben:

„Stärkstes Rentenplus seit 23 Jahren- Altersbezüge steigen zum 1. Juli im Westen um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent“ ließ man dort am 21.03.2016 verlautbaren. Dass diese Steigerungen dennoch wenigstens bei der Hälfte aller zukünftigen Rentner nicht ankommen werden, ging trotz des lauten Eigenlobs der großen Koalition seit Tagen durch die Presse. Bis zu 50% der Menschen seien von Altersarmut bedroht hieß es von Welt bis FAZ. Schon heute gilt, dass gut die Hälfte der Beschäftigten Abstriche bei der Rente machen müssen. Weiterlesen

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Reden wir über…

 

Zungenkrebs

Interview mit Claudia Braunstein, an Zungenkrebs erkrankt

 

Claudia kocht

(Vienna Foodcamp)

 

Zungenkrebs, der vorwiegend ab der sechsten Lebensdekade auftritt, gehört in den Bereich der Mundhöhlenkarzinome. Diese liegen mit 6 Prozent der Krebserkrankungen damit an sechster Stelle der Häufigkeit aller Karzinome, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Zu den Anfangsbeschwerden können Schmerzen, Mundgeruch und Sprechbehinderungen gehören. Gerade bei Tumorbildung in der Mundhöhle, die oft lange unentdeckt bleiben, gilt eine Früherkennung als enorm wichtig für den erfolgreichen Verlauf der anschließenden Therapie. Tabak und Alkoholmissbrauch gelten als Hauptrisikofaktoren, sind jedoch nicht zwingend ursächlich.

Eine der Betroffenen ist Claudia Braunstein, der man auf den ersten Blick nicht ansieht, welche Rolle der Krebs in ihrer Vergangenheit gespielt hat:

Susannah Winter: Wie alt warst du, als du die ersten Symptome des Mundhöhlenkarzinoms bemerktest?  Welche Beschwerden zeigten sich? Hast du sofort an Krebs gedacht? Wie lange hat es gedauert, bis du einen Arzt aufgesucht hast?

Claudia Braunstein: Im Nachhinein gesehen zeigten sich die ersten Symptome im Frühjahr 2011, da war ich 48 Jahre alt. Ich hatte um die Osterzeit herum zwei goldene Inlays innerhalb einiger Tage verloren. Das war nicht wirklich tragisch, weil es keine Schmerzen verursachte. Allerdings biss ich mir mit den scharfen Zahnkanten mehrmals auf den hinteren Zungenrand. Das verursachte kleine weiße Stellen, wie man sie eben kennt, wenn man sich in die Zunge beißt. Ich hatte mir dann umgehend einen Zahnarzttermin vereinbart, um die Inlays wieder einsetzen zu lassen. Aus verschiedenen Gründen hat sich der Termin mehrmals verschoben. Einmal musste ich geschäftlich ins Ausland, ein anderes Mal erkrankte der Zahnarzt. Schließlich war es dann bereits die zweite Julihälfte, dass ich endlich zum Arzt kam. Die kleine weiße Stelle machte ja keine Probleme, ich habe sie mit einer Tinktur behandelt und mit Salbeitee gespült. Also gab es null Grund für eine Beunruhigung. Keine Schmerzen, keine Schluckbeschwerden. Einfach nichts, was auf etwas Ernstes hindeuten hätte können. Weshalb ich dann letztlich doch beim Arzt landete, war der Umstand, dass mir beim Fisch essen eine Gräte in die kleine Wunde rutschte und einen unbeschreiblichen Schmerz verursachte, der vom Kopf bis in die Zehenspitzen fuhr. Noch am gleichen Tag erhielt ich einen eingeschobenen Termin. Und wieder ging es mir nur darum, die Inlays einzusetzen, weil ich ja die scharfen Kanten als Verursacher für diese kleine weiße Stelle erachtete. An ein Karzinom oder einen Tumor hatte ich nicht eine Sekunde gedacht, zumal mir eine Krebserkrankung in diesem Bereich gar nicht in den Sinn kam. Weiterlesen

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