Oktober 2016

Reden wir über…

 

Epilepsie

Interview mit Markus aus Wien, 47 Jahre alt, seit frühester Kindheit an Epilepsie erkrankt

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(Auf dem Foto: Markus aus Wien, heute, nach erfolgreich verlaufener OP)

Man schätzt, dass 0,5% – 1% der Bevölkerung an Epilepsie leiden. Noch mehr, etwa 2%, erleben wenigstens einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. Findet sich eine Ursache für eine Epilepsie (z.B. ein alter Schlaganfall oder eine Raumforderung, siehe Schnittbild des Gehirns), handelt es sich um eine symptomatische Form. Bei den meisten sogenannten idiopathischen Epilepsien konnte eine genetische Ursache festgestellt werden. In einigen Fällen bleibt die Ursache jedoch ungeklärt. Von Patient zu Patient variieren sowohl die Anfallhäufigkeit, wie auch die Intensität und Art der Anfälle. Für die meisten Epileptiker gehören jedoch Absencen, Auren oder gar der gefürchtete „Grand Mal“ zum Lebensalltag.

Einer von ihnen ist Markus aus Wien, 47 Jahre alt.

Susannah Winter: Hallo Markus, vielen Dank, dass du dich bereiterklärt hast, an „Reden wir über …“ mitzuwirken. Du hast im Vorfeld das Alter der ersten Anfälle um das 6-7 Lebensjahr angesetzt. Wie sah der erste Anfall aus? Wie schnell gab es die Diagnose? Wie sahen allgemein die ersten Behandlungsvorschläge aus und würdest du diese in Rückschau als „hilfreich“ und „vorbeugend“ einstufen? Falls nicht: Was hättest du dir in Retrospektive von Ärzten, Familie gewünscht? Was wäre hilfreich gewesen?

Markus aus Wien: Nach mehr als 40 Jahren hab ich mich im Zuge dieses Interviews erstmals wieder mit meiner alten Krankenakte beschäftigt. Womit alles begann ereignete sich, als ich fünf Jahre alt war. Es war ein Familienausflug, bei dem ich plötzlich umgefallen bin und für mehrere Stunden im Koma lag. Laut Krankenbericht war es eine Meningoencephalitis, eine Gehirnhautentzündung. Das Koma ist mehr als 40 Jahre her, aber ich kann mich noch immer genau an den Moment des Erwachens erinnern. An meine ersten Worte „Wo bin ich?“, ich sehe die Zimmerdecke noch genau vor mir. Den Moment werde ich nie vergessen. Danach begannen die Anfälle. Die ersten Jahre immer wieder einige kleinere Anfälle in der Woche. Bis ich dann mit elf den ersten großen Grand Mal hatte. Weiterlesen

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„Spring doch“

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Was muss das für ein unfassbares Bild gewesen sein.
Ein junger, verzweifelter Mensch, dem gerade die Flucht aus Somalia und damit vor Bürgerkrieg und Elend gelang, die Flucht vor Islamisten und al-Shabaab-Miliz der so viel durchgestanden hat und nun dennoch an seiner Vergangenheit zu zerbrechen drohte, schickt sich an, sich in den Tod zu stürzen.
Er ist gerade 15 oder 17 Jahre alt (Die Angaben variieren), noch ein halbes Kind und die natürliche Reaktion eines emotional gesunden Menschen bestünde darin, Angst um sein Leben zu haben, ihn abbringen zu wollen. Vielleicht denkt ein normaler Mensch in so einem Moment an seine eigenen Kinder daheim, die dieses Alter bereits hinter sich haben und schon an den alltäglichen Krisen der Pubertät fast gescheitert wären. Oder an die Kinder daheim, die noch jünger sind, aber schon in wenigen Jahren im selben Alter wären. Vielleicht denkt man aber auch an die eigene Jugend zurück, erinnert sich daran, um wie vieles größer jedes kleine Unglück schien und wie desolat die emotionale Lage dann bei jemandem sein muss, der nicht nur kleine Zurückweisungen erlebt oder bloß nicht das gewünschte Weihnachtsgeschenk erhalten, sondern Mord und Verfolgung erlebt hat, das eigene Leben aufs Spiel gesetzt hat, nur um einen Ort zu finden, der ihm Frieden und Ruhe bringen möge. Weiterlesen

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Und noch einmal: In eigener Sache

In eigener, wenn auch artfremder, Sache: Dank an Stathi Vassiliadis für Musik, Gitarre, Mixing, Mastering, Geduld und Humor. Nach Jahren der Abstinenz wird jetzt das Singen wieder in Angriff genommen. Neben Songwriting stehen auch Bandprojekte in den Startlöchern.

Ein Link zum neuen Song:

 

 

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