April 2016

Überreste der sozialen Marktwirtschaft – Die Facetten der Armut

Altersarmut

Auf Anfrage der Linkspartei hat die Bundesregierung eine  Berechnung der Rente vorgelegt. Demnach müsste ein Mindestlohn 11,68 Euro betragen, um nach 45 Jahren Arbeit bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden eine Rente zu erhalten, die oberhalb der Grundsicherung liegt. Berechnungsgrundlage war die, ab Sommer geltende, gesetzliche Rente. Das Wissen um diese Rechenergebnisse hielt die Bundesregierung selbstverständlich nicht davon ab, sich auf der eigenen Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales selber über den grünen Klee zu loben:

„Stärkstes Rentenplus seit 23 Jahren- Altersbezüge steigen zum 1. Juli im Westen um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent“ ließ man dort am 21.03.2016 verlautbaren. Dass diese Steigerungen dennoch wenigstens bei der Hälfte aller zukünftigen Rentner nicht ankommen werden, ging trotz des lauten Eigenlobs der großen Koalition seit Tagen durch die Presse. Bis zu 50% der Menschen seien von Altersarmut bedroht hieß es von Welt bis FAZ. Schon heute gilt, dass gut die Hälfte der Beschäftigten Abstriche bei der Rente machen müssen. Weiterlesen

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Reden wir über…

 

Zungenkrebs

Interview mit Claudia Braunstein, an Zungenkrebs erkrankt

 

Claudia kocht

(Vienna Foodcamp)

 

Zungenkrebs, der vorwiegend ab der sechsten Lebensdekade auftritt, gehört in den Bereich der Mundhöhlenkarzinome. Diese liegen mit 6 Prozent der Krebserkrankungen damit an sechster Stelle der Häufigkeit aller Karzinome, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Zu den Anfangsbeschwerden können Schmerzen, Mundgeruch und Sprechbehinderungen gehören. Gerade bei Tumorbildung in der Mundhöhle, die oft lange unentdeckt bleiben, gilt eine Früherkennung als enorm wichtig für den erfolgreichen Verlauf der anschließenden Therapie. Tabak und Alkoholmissbrauch gelten als Hauptrisikofaktoren, sind jedoch nicht zwingend ursächlich.

Eine der Betroffenen ist Claudia Braunstein, der man auf den ersten Blick nicht ansieht, welche Rolle der Krebs in ihrer Vergangenheit gespielt hat:

Susannah Winter: Wie alt warst du, als du die ersten Symptome des Mundhöhlenkarzinoms bemerktest?  Welche Beschwerden zeigten sich? Hast du sofort an Krebs gedacht? Wie lange hat es gedauert, bis du einen Arzt aufgesucht hast?

Claudia Braunstein: Im Nachhinein gesehen zeigten sich die ersten Symptome im Frühjahr 2011, da war ich 48 Jahre alt. Ich hatte um die Osterzeit herum zwei goldene Inlays innerhalb einiger Tage verloren. Das war nicht wirklich tragisch, weil es keine Schmerzen verursachte. Allerdings biss ich mir mit den scharfen Zahnkanten mehrmals auf den hinteren Zungenrand. Das verursachte kleine weiße Stellen, wie man sie eben kennt, wenn man sich in die Zunge beißt. Ich hatte mir dann umgehend einen Zahnarzttermin vereinbart, um die Inlays wieder einsetzen zu lassen. Aus verschiedenen Gründen hat sich der Termin mehrmals verschoben. Einmal musste ich geschäftlich ins Ausland, ein anderes Mal erkrankte der Zahnarzt. Schließlich war es dann bereits die zweite Julihälfte, dass ich endlich zum Arzt kam. Die kleine weiße Stelle machte ja keine Probleme, ich habe sie mit einer Tinktur behandelt und mit Salbeitee gespült. Also gab es null Grund für eine Beunruhigung. Keine Schmerzen, keine Schluckbeschwerden. Einfach nichts, was auf etwas Ernstes hindeuten hätte können. Weshalb ich dann letztlich doch beim Arzt landete, war der Umstand, dass mir beim Fisch essen eine Gräte in die kleine Wunde rutschte und einen unbeschreiblichen Schmerz verursachte, der vom Kopf bis in die Zehenspitzen fuhr. Noch am gleichen Tag erhielt ich einen eingeschobenen Termin. Und wieder ging es mir nur darum, die Inlays einzusetzen, weil ich ja die scharfen Kanten als Verursacher für diese kleine weiße Stelle erachtete. An ein Karzinom oder einen Tumor hatte ich nicht eine Sekunde gedacht, zumal mir eine Krebserkrankung in diesem Bereich gar nicht in den Sinn kam. Weiterlesen

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Was du nicht willst, das man dir tu

Mein Beitrag zur ‪#Schmähgedicht‬-Challenge der Jungle World.

Ich bin keine „Dichterin“ und mein Versmaß holpert, aber es steckt Herzblut drin. Außerdem hoffe ich, dass sich noch ein paar Menschen beteiligen. Merkel kann uns nicht alle rügen ^^

 

In der Türkei am Bosporus
Da lebt ein kleiner Mann
Der allzu gern ein Großer wär‘
Man nennt ihn Erdogan

Der strebt nach Einfluss und nach Macht
Weltweit, auch hierzuland‘
Und als dies noch unmöglich schien
Spielt Krieg ihm in die Hand

Die engen Bande zum IS
Sie zahlen sich nun aus
Man zahlt Milliarden, man hofiert
Den Demokraten-Graus

Denn Deutschland gilt auf dieser Welt
Nur eines als gefährlich
Das ist der dunkle, fremde Mann
Und seien wir mal ehrlich:

Wer braucht schon dieses Arbeitsvieh
Wo Billiglöhner schuften
Wo Sklaverei verboten ist
Soll das Pack verduften.

Da lässt man Kohle, Wert, Humor
Auf dass man sich verbündet
Vorbei ist’s mit dem freien Land
Das Kemal einst begründet

Und doch soll dieser Freiheitsfeind
Europas Partner sein
Er, der die Presse, Frauen, hasst
Wo, frag ich, bleibt das „Nein“?

Wo sind sie hin die hohlen Phrasen
Die viel beschwor’nen Werte?
Reicht eine Krise, deutsche Angst
Für unmenschliche Härte?

Da wird Satire abgeschafft,
verging uns eh, das Lachen
In einig Merkel-Phrasenland
Gilt’s Grenzen zu bewachen

Nun wagen wir gemeinsam mal
Den Blick Richtung Türkei
Und sollten fragen, bitteschön:
Was ist denn da noch „frei“?

Ist dies der Weg, den wir beschreiten
Ist das der Wert der „Ruh‘“?
Dann ist was kommt mehr als verdient

Was du nicht willst, das man dir tu

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